Jeden Monat wandert bei den meisten Frauen ein ganzer Haufen Tampons und Binden in den Abfall. Über ein Leben gerechnet kommt dabei deutlich mehr zusammen, als man denkt und das Wenigste davon verrottet je. Wir rechnen dir vor, wie viel Periodenmüll konventionelle Produkte tatsächlich verursachen und wie viel du mit einem Periodenschwamm einsparst.
Fakten für Eilige
-
Eine Frau verbraucht in ihrem Leben rund 10.000 bis 17.000 Tampons und Binden.
-
In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind das jährlich 75.000 bis 125.000 Tonnen Abfall, das Gewicht von zwölf Eiffeltürmen.
-
Rund 87 % der Einweg-Periodenprodukte landen in Europa auf Deponien, wo das Plastik bis zu 500 Jahre zum Abbau braucht.
-
Periodenprodukte gehören zu den häufigsten Funden bei Strandreinigungen.
-
Aus rund 250 Wegwerfprodukten im Jahr werden mit dem Periodenschwamm 6 bis 12 Naturschwämme.
-
Der Periodenschwamm ist ein 100%iges Naturprodukt ohne Plastikanteil und kann am Ende in den Bio-Abfall oder auf den Kompost, wo er sich rückstandslos zersetzt
-
Geerntet wird er von Hand in kontrollierten Meereszonen in Griechenland, nur von Juni bis September, damit sich die Bestände die restlichen acht Monate erholen.
Quellen: BUND Baden-Württemberg, UNEP Life Cycle Initiative, 2021
Wie viel Periodenmüll verursachen Tampons und Binden wirklich?
Eine Frau menstruiert im Schnitt zwölfmal im Jahr, jeweils rund sechs Tage. Bei drei bis vier Produkten pro Tag sind das rund 250 Tampons oder Binden pro Jahr – Slipeinlagen zwischendurch noch gar nicht eingerechnet. Über ein Periodenleben von rund 40 Jahren ergibt das etwa 10.000 Einzelprodukte.
In Gewicht umgerechnet: Ein Tampon wiegt ungefähr vier Gramm, eine Binde etwa zehn. Macht 1 bis 2,5 Kilogramm reinen Produktmüll pro Jahr, Applikatoren, Einzelverpackungen und Umkartons noch obendrauf.
Über ein ganzes Periodenleben werden daraus 40 bis 100 Kilogramm, inklusive Applikatoren sogar auf rund 150 Kilogramm pro Person.
Für alle menstruierenden Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen ergeben Schätzungen jährlich 75.000 bis 125.000 Tonnen. Zum Vergleich: Der Eiffelturm wiegt rund 10.000 Tonnen. Wir reden also über zwölf Eiffeltürme aus Tampons und Binden jedes Jahr. In nur drei Ländern.
Wo dieser Müll tatsächlich landet
Der häufigste Gedanke ist: "Kommt halt in den Abfall, wird verbrannt, gut ist." So einfach ist es nicht – es gibt drei Wege, und keiner davon ist schön.
Auf die Deponie. In Europa landen Schätzungen zufolge rund 87 % der Einweg-Periodenprodukte auf Deponien. Dort brauchen die Plastikanteile bis zu 500 Jahre, bis sie sich zersetzen. Ein Tampon von heute überdauert also ungefähr zwanzig Generationen.
In die Verbrennung. Was verbrannt wird, ist nicht weg, sondern umgewandelt: in Emissionen und Rückstände. Kunststoffe verbrennen, weil sie aus Erdöl bestehen mit der entsprechenden Klimabilanz.
In die Toilette. Der Weg, über den am wenigsten gesprochen wird. Ein Tampon ist so gebaut, dass er Flüssigkeit aufnimmt und die Form behält, genau das macht ihn in einem Abwasserrohr zum Problem. Er quillt auf, verhakt sich, sammelt Fett und Haare und wird zum Pfropfen. Was durchkommt, landet im Klärwerk oder, wenn dieses überlastet ist, im Gewässer. Am Ende dieser Kette stehen die Strände: Periodenprodukte gehören zu den häufigsten Funden bei Strandreinigungen in Europa.
Wie viel Abfall sparst du mit dem Periodenschwamm?
Statt rund 250 Wegwerfprodukten pro Jahr brauchst du mit dem Periodenschwamm im Schnitt 6 bis 12 Naturschwämme. Wir empfehlen die Nutzung eines Schwamms für bis zu 6 Zyklen, je nach Periodenstärke.
Über 40 Jahre gerechnet kommst du damit auf etwa 240 bis 480 kompostierbare Schwämme statt auf rund 10.000 Wegwerfprodukte.
Wann ein Schwamm ausgedient hat, merkst du selbst: Er wird brüchig, saugt spürbar weniger oder verändert dauerhaft die Farbe. Dann kommt er in den Bio-Abfall oder auf den Kompost. Der Schwamm baut sich auf dem Kompost innerhalb weniger Monate vollständig ab, ganz ohne Rückstände und ganz ohne Müll.
Vier Schichten Verpackung für nur acht Stunden Einsatz
Der eigentliche Wahnsinn wird erst sichtbar, wenn man den kompletten Weg eines einzelnen Tampons verfolgt.
Der Tampon selbst enthält Kunststoffanteil: in der Rückholschnur, in der Vliesumhüllung und im Applikator. Verpackt ist er einzeln in Folie. Nach dem Gebrauch kommt er in einen Hygienebeutel, ebenfalls aus Plastik. Und der wandert dann in den Müllsack. Auch Plastik.
Vier Schichten Verpackung für ein Produkt, das acht Stunden im Einsatz war. Dazu ein Abfalleimer im Bad, der nach jeder Periode geleert werden will, und der regelmäßige Nachkauf von Beuteln, Säcken und Produkten selbst.
Beim Periodenschwamm sieht der Kreislauf so aus: benutzen, ausspülen, wieder benutzen. Nach der Periode 20 Minuten mit einem Reinigungsstab einweichen, trocknen lassen. Nach ein paar Zyklen kompostieren.
Kein Hygienebeutel. Kein stinkender Abfalleimer. Und kein Suchen nach einem Mülleimer auf einer öffentlichen Toilette.
Ein häufiger Mythos: "Ist das nicht so was wie eine Koralle?"
Diese Frage bekommen wir wirklich oft und sie ist berechtigt, weil kaum jemand weiß, was ein Naturschwamm eigentlich ist.
Nein, es ist keine Koralle. Und nein, es ist auch keine Pflanze. Ein Schwamm ist ein Organismus, einer der ältesten überhaupt, jedoch ohne Nervensystem oder Gehirn und ohne Blutkreislauf.
Weltweit gibt es mehrere tausend Schwammarten. Nur wenige davon eignen sich überhaupt für die Anwendung am oder im Körper. Der HERA Periodenschwamm ist der Urtampon, den wir modernisiert haben. Es handelt sich hierbei um eine ganz bestimmte Schwammart aus dem östlichen Mittelmeer. Er ist weich, feinporig und wird seit Jahrhunderten für genau diesen Zweck genutzt.
Nachhaltige Ernte: Woher die Naturschwämme kommen
Die Ökobilanz eines Periodenschwamms entscheidet sich nicht erst beim Wegwerfen, sondern schon bei der Ernte. HERA Naturschwämme stammen aus einem kleinen, familiengeführten Tauchbetrieb in dritter Generation in Griechenland. Sie wachsen dort natürlich in klaren, kontrollierten Meereszonen und werden ausschließlich von Hand geerntet, nicht mit Netzen und nicht maschinell.
Entscheidend ist die Technik: Der Schwamm wird nicht komplett entnommen. Die Wurzel bleibt im Fels verankert, der Schwamm regeneriert sich von dort aus und setzt Samen frei, aus denen neue Schwämme entstehen.
Dazu kommt das Erntefenster. Geerntet wird nur von Juni bis September. Den Rest des Jahres, mehr als acht Monate, bleiben die Bestände unberührt und können sich vollständig erholen.
Nach der Ernte durchlaufen die Schwämme mehrere Reinigungsprozesse. Sie werden mechanisch gesäubert, bereits in Griechenland mit unserer eigenen Seife gewaschen und von Hand vorsortiert. Nur die weichsten und feinporigsten Exemplare schaffen es ins Sortiment. Nochmal gereinigt und verpackt wird anschließend von der Stiftung ARWO in der Schweiz, die Menschen mit Beeinträchtigung beschäftigt.
Das Prinzip dahinter ist simpel: nur so viel ernten, wie nach wächst. Nachhaltigkeit heißt hier also nicht nur "kompostierbar am Ende", sondern auch "verantwortungsvoll von Anfang an".
👉 Mehr dazu findest du auf unserer Seite zur Ernte in Griechenland
👉 Entdecke unser HERA Menstruationsschwamm Starterset für den einfachen Umstieg
Was steckt eigentlich in herkömmlichen Periodenprodukten?
Neben der Müllfrage lohnt der Blick auf das Produkt selbst. Tampons bestehen auf den ersten Blick aus Baumwolle oder Viskose. Bei der Herstellung kommen aber häufig chemische Verfahren zum Einsatz, zum Bleichen, zur Formgebung oder für eine synthetische Hülle, die das Einführen erleichtern soll.
Was genau drin ist, bleibt meist unklar: Hersteller von Periodenprodukten sind nicht verpflichtet, ihre Inhaltsstoffe vollständig zu deklarieren. Bei Shampoo musst du das Kleingedruckte lesen können. Bei einem Produkt, das acht Stunden im Körper bleibt, nicht.
Eine Studie von Forschenden der Columbia University, der UC Berkeley School of Public Health und der Michigan State University wies 2024 in getesteten Tampons messbare Spuren von Metallen wie Blei, Cadmium und Arsen nach. (Shearston et al., Environment International, 2024)
Was wir sagen können, ist das, was uns Kundinnen zurückmelden: Viele berichten, dass sie sich mit dem Periodenschwamm wohler fühlen als mit Tampons - weniger Trockenheitsgefühl, weniger Reizungen, ein angenehmeres Tragegefühl.
Der HERA Periodenschwamm ist an dieser Stelle schlicht die einfachere Antwort: 100 % Naturmaterial, ohne Bleichmittel, ohne synthetische Fasern, ohne Duftstoffe.
So steigst du um, ohne dass es kompliziert wird
Der häufigste Grund, warum der Umstieg scheitert, ist nicht das Produkt – es ist der Zeitpunkt. Wer am ersten starken Tag zum ersten Mal einen Schwamm ausprobiert, hat es unnötig schwer.
So klappt es entspannter:
-
Starte an einem mittleren oder schwachen Tag, am besten zu Hause.
-
Schwamm vor (und nach der Periode) mit den HERA Reinigungstabs säubern
-
Schwamm kurz unter warmem Wasser anfeuchten, dann leicht zusammendrücken und sanft einführen.
-
Zum Entfernen entspannt hinsetzen, leicht pressen und am Silikon-Rückholfaden ziehen.
Do's
-
Immer mit sauberen Händen arbeiten.
-
Spätestens nach 8 Stunden wechseln.
-
Größe nach Periodenstärke wählen und bei Bedarf zuschneiden.
-
Zwischendurch mit klarem Wasser oder der 2in1 Seife ausspülen.
-
Wichtig dabei: Verwende alle drei Schwämmchen aus dem Dreier-Set immer abwechselnd. So hat jeder Schwamm zwischen den Anwendungen genug Zeit zum Trocknen und alle Schwämmchen werden gleichmäßig genutzt.
Don'ts
-
Nicht auskochen und nicht in die Waschmaschine geben.
-
Kein Essig, kein Backpulver, keine Hausmittel-Experimente – das greift die Struktur an.
-
Nicht feucht in einer luftdichten Dose lagern.
👉 Die ausführliche Anleitung findest du auf unserer Seite zur Anwendung des Periodenschwamms
Fazit
Du musst dein Leben nicht umkrempeln, um deinen Periodenmüll deutlich zu reduzieren. Ein einziger Produktwechsel reicht: Statt Jahr für Jahr rund 250 Wegwerfartikel zu verbrauchen, kommst du mit sechs Naturschwämmen durch ein ganzes Jahr. Denn er ist kompostierbar, plastikfrei und nachhaltig geerntet.
👉 Entdecke unser HERA Menstruationsschwamm Starterset für den einfachen Umstieg
FAQs
Wie viel Müll spart der Periodenschwamm im Vergleich zu Tampons?
Statt rund 250 Wegwerfprodukte pro Jahr brauchst du mit dem Periodenschwamm etwa drei bis sechs Stück. Über 40 Jahre gerechnet sind das rund 240 bis 480 kompostierbare Schwämme statt rund 10.000 Einwegartikel und ohne Applikatoren, Folien und Hygienebeutel.
Periodenschwamm oder Menstruationsschwamm – was ist der Unterschied?
Keiner. Beide Begriffe meinen dasselbe Produkt: einen Naturschwamm, der während der Periode statt eines Tampons verwendet wird. "Periodenschwamm" ist die im deutschsprachigen Raum gebräuchlichere Bezeichnung, "Menstruationsschwamm" die etwas formellere. Bei HERA verwenden wir meist Periodenschwamm, weil ihn die meisten Kundinnen so nennen.
Ist der Periodenschwamm wirklich kompostierbar?
Ja. Der Schwamm ist ein natürlicher Meeresorganismus ohne Plastikanteil und kann nach seiner Nutzungsdauer im Bio-Abfall oder auf dem Kompost entsorgt werden. Wichtig: Den Silikon-Rückholfaden vorher entfernen, der gehört nicht auf den Kompost.
Wie viele Tampons verbraucht eine Frau in ihrem Leben?
Gängige Schätzungen liegen bei 10.000 bis 17.000 Tampons und Binden über ein Periodenleben von rund 40 Jahren. Die Spanne ist so groß, weil Periodenstärke, Zykluslänge und die Wahl zwischen Tampon, Binde und Slipeinlage sich stark unterscheiden. Rechnerisch sind es rund 250 Produkte pro Jahr.
Ist ein Periodenschwamm eine Koralle?
Nein. Ein Schwamm ist ein eigenständiger Organismus, ohne Blutkreislauf und ohne Nervensystem. Er wächst am Meeresboden und filtert Wasser. Beim Ernten bleibt die Wurzel im Fels, sodass der Schwamm nachwachsen kann. Korallen werden bei der Schwammernte nicht berührt.
Woher stammen die HERA Periodenschwämme?
Aus einem familiengeführten Tauchbetrieb in dritter Generation in Griechenland. Geerntet wird von Hand in kontrollierten Meereszonen, und nur von Juni bis September. Den Rest des Jahres bleiben die Bestände unberührt. Anschließend durchlaufen die Schwämme mehrere Reinigungsschritte, bevor sie in der Schweiz verpackt werden.
Enthalten Tampons wirklich Plastik und Chemikalien?
Viele konventionelle Produkte enthalten Kunststoffanteile in Hülle, Schnur oder Folie, Binden bestehen sogar aus bis zu 90 % aus Plastik. Eine Studie von Forschenden der Columbia University, UC Berkeley und Michigan State University wies 2024 zudem Spuren von Metallen wie Blei, Cadmium und Arsen in getesteten Tampons nach. Hersteller müssen Inhaltsstoffe bislang nicht vollständig deklarieren.


